Trompete und Orgel

András Verpeléti / Christian Schmitt-Engelstadt

Als Händel im Jahre 1748 vom Hofe Georgs II. den Auftrag fur eine Freiluftmusik zu den Feiern anlaßlich des Aachener Friedensschlusses erhielt, griff er auf ein schon existierendes Opus zuruck: die "Music for the Royal Fireworks" fußt auf dem ca. 1746/47 entstandenen Concerto in D (HWV 335a), einer möglicherweise als Zwischenaktmusik fur Oratorienaufführungen gedachten Komposition, in der zur üblichen Holzbläser-, Streicher- und Continuobesetzung vier Hörner, zwei Trompeten sowie Pauken treten. Die konzertante Strahlkraft und der spielfreudige Charakter dieses im Vergleich zu seinem berühmteren "Nachfahren" eher unbe kannten Stücks luden zu einer Bearbeitung für die Kombination Trompete und Orgel ein. Die Parallelen zwischen Concerto und Feuerwerksmusik (HWV 351) sind offensichtlich: der Eröffnungsteil ist substantiell in beiden Werken nahezu dieselbe Komposition, stärker sind die Abweichungen im Allegro, obwohl der Meister auch hier ganze Passagen aus der früheren, insgesamt weniger massiven, in die spätere (auf königlichen Befehl hin zunächst ausschließlich auf Instrumente militärischen Charakters zugeschnittene) Version wörtlich ubertragen hat. Anstelle eines zweiten Satzes schreibt Händel - wie in den Orgelkonzerten - "organo ad liLitum"; er ermöglicht so dem Continuo-Organisten (diese Funktion bekleidete er selbst) ein frei gestaltetes Interludium. Wir greifen den Vorschlag Robert Courts auf und fügen die Überleitung ("Lentement") aus der Ouverture von HWV 351 ein. Der das D-Dur-Concerto eigentlich beschließende dritte Satz verweist sobann motivisch stark auf das Menuet I der Feuerwerksmusik. Aus dieser entlehnen wir darüberhinaus noch die bekannte "Rejouissance", mit der wir unsere Interpretation von Händels Werk abrunden.


 


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Haendel: Concerto in D, Verpeleti / Schmitt-E.